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SPIEGEL NACHRICHT- Europas Wachstumsmeister ist…Rumänien!

Die Gründe für den Boom: Rumänien entwickelt sich für viele westliche Firmen zum Sprungbrett nach Südost-Europa, das Land verfügt über sehr gut ausgebildete Fachkräfte.

 

Eine Überraschung erlebten jüngst auch Wirtschaftsanalysten, die sich mit Rumänien beschäftigen. Als im November die Wachstumszahlen für das dritte Quartal der Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas veröffentlicht wurden, lagen für Rumänien alle Vorhersagen um satte drei Prozentpunkte daneben. Die rumänische Wirtschaft wuchs im Vergleich zum Vorjahr nicht wie allgemein erwartet um fünf Prozent – sondern um 8,6 Prozent.

 

Die deutsche Wirtschaft spürt die Folgen des Booms, Deutschland ist Rumäniens wichtigster Handelspartner. Deutsche Ausfuhren nach Rumänien sind im vergangenen Jahr um elf Prozent gestiegen. Und: Das Land gewinnt an Bedeutung. Rumänien rangiert inzwischen auf der Liste der wichtigsten Exportmärkte deutscher Firmen vor Mexiko und Indien auf Rang 21 der wichtigsten Handelspartner der Bundesrepublik. Im Jahr 2000 hatte Rumänien noch auf Rang 36 gelegen.

7500 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung operieren vor Ort, in den vergangenen Jahren haben sie nach Angaben der deutschen Auslandshandelskammer in dem Land mehr als 250.000 neue Jobs geschaffen.

 

Für viele Firmen eröffnet das die Möglichkeit, Rumänien in ihre globalen – oder zumindest europäischen – Fertigungsketten zu integrieren. Das schlägt sich auch in der Entwicklung unterschiedlicher Branchen nieder. Besonders stark wuchsen 2016 die Elektrotechnik (plus 13,7 Prozent), die Autoindustrie (9,3 Prozent) sowie die Petrochemie (8,1 Prozent).

Ein Beispiel ist Sibiu, das siebenbürgische Hermannstadt. Sibiu ist mehr als nur eine verlängerte Werkbank: Der deutsche Autozulieferer Continental beschäftigt in Sibiu nicht nur rund 3000 Arbeiter, der Konzern hat auch einen Teil seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung dort angesiedelt.

“Rumänien hat zudem gut ausgebildete Fachkräfte im Bereich IT und Kommunikationstechnologie”, sagt Quiring, die Regionaldirektorin Südosteuropa beim Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft.

 

Text Quelle: Spiegel-Online, 15.12.2017